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Susanne Berkenheger
Netzliteratin, Künstlerin, Berlin. "groß geworden ab 1963 in stuttgart. danach literaturstudentin (m.a.), dann autorin, journalistin
(süddeutsche zeitung, frankfurter allgemeine zeitung), chattheaterspielerin
(www.wand5.de/KdA/), digitale territoriumspflegerin (www.wargla.de). über nürnberg, rom und münchen nach berlin gekommen." (Eigenbeschreibung, Quelle: <http://berkenheger.netzliteratur.net/ouargla/home/anderswwwo.htm>).
Susanne Berkenhegers Werk umfasst sowohl Internetprojekte (Auswahl: "Zeit für die Bombe", 1997; "Hilfe!", 1998; "Die Schwimmeisterin, 2002; "Worldwatchers", 2003) als auch Theaterarbeiten ("Kampf der Autoren", 2000; "Ich sterbe gleich, Schatz", 2004).
(Weitere Informationen: <http://www.berkenheger.de/>, <http://berkenheger.netzliteratur.net/>)
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Auf dieser DVD vorgestelltes Projekt:
Susanne Berkenheger: "Die Schwimmmeisterin", 2002
URL: <http://berkenheger.netzliteratur.net/ouargla/websprudel/>
Die Schwimmmeisterin oder
"Literatur im Netz ist eine Zumutung"
... kolportierte die Neue Züricher Zeitung den Netzaktivisten Florian Cramer. Der bezog das einst auf Print-Literatur, welche ins Netz gestellt wird. Die NZZ bezog es auf die Netzliteratur. Gleichwie. Auch der NZZ kann ich voll zustimmen. Ja, Netzliteratur ist eine Zumutung. Ich kenne kaum eine Zumutung, die größer wäre, ausgenommen natürlich: das Netz selbst.
Ein Beispiel: Der Tag beginnt mit drei unverständlichen E-Mail-Botschaften. Zu 20 Prozent gelingt es, sie zu entschlüsseln und beantworten. Eigentlich würde ich lieber eine andere Mail beantworten, die aber leider noch gar nicht eingetroffen ist. Also erst mal zum Treffen im Chat, wo schwierige Projektdetails geklärt werden sollen. Computerabsturz verhindert Abschluss unserer Verhandlungen. Noch offene Fragen werden auf weitere Mails oder "Schaut auf meiner Website nach" vertagt.
Leider ist dort der Server down. In der Zwischenzeit können weitere 70 Mails abgerufen werden. Diejenige, auf welche ich warte, ist nicht dabei. Also die neu empfohlenen Internetadressen prüfen ... wollen und nicht finden, die nächsten 20 Mails abrufen, die die Korrekturen der zuvor empfohlenen Internetadressen enthalten. Die inzwischen schon viel stärker erwartete Mail ist wieder nicht dabei. Auf der Homepage des Betreffenden nachschauen, ob es da einen Hinweis gibt. Am Telefon fragt eine, ob ich ihre Mail bekommen habe. "Moment, ich schau kurz." Weitere zehn Mails kommen auf den Bildschirm gesprungen. "Ja, deine ist dabei." Die schon! Und die andere? Später vielleicht.
Draußen klappert der Postbote. Für mich hat er einen Brief, der eine ausgedruckte Mail enthält. "Liebe Frau Berkenheger, leider war Ihre Mailbox voll ..." Klar. Ich muss ja noch die Kopien in meiner fünften Sub-Mailbox löschen, rasch. Wie ging das nochmal? Die Online-Hilfe aufrufen. Aha, die haben relauncht. Neue Symbole! Hm. Weiter zum Index. Wenn "löschen" nicht unter "löschen" zu finden ist, wie könnte es noch heißen? "tilgen", "vernichten", "töten"???
Ah, da! Gefunden. "Säubern" heißt die Parole. Also jetzt sofort Säuberungsaktion ... starten ... und schon passiert. Zehn Minuten später trifft auch die erwartete Mail ein. Sie bouncte seit drei Tagen. Was für ein Gefühl! Auf Hochseefischfang gewesen und einen einzigen Hering heimgebracht.
Ja, der Netzalltag ist eine Zumutung!
Die Zumutungen der Netzliteratur sind zu erleben auf http://www.schwimmmeisterin.de
Susanne Berkenheger
Quelle: <http://www.hoege.org/web/showArtist.php?artistID=281>
Rezensionen zum Projekt:
Die Schwimmmeisterin oder: "Literatur im Netz ist eine Zumutung", <http://www.schwimmmeisterin.de/schwimmmeisterin.htm>
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Auf dieser DVD vorgestelltes Projekt:
Susanne Berkenheger, Gisela Müller: "Worldwatchers", 2003
URL: <http://berkenheger.netzliteratur.net/worldwatchers/>
Sehr geehrte Damen und Herren,
Sie werden überwacht.
Wie bitte?
Webcams sind überall. Sie blicken auf öffentliche Plätze, Straßen, Strände, auf Wohnzimmercouches, Toiletten, Aquarien, den Südpol. Heute morgen sind Sie schon an einer vorbeispaziert.
Geht uns das was an?
Das geht uns was an. Die Literatur ist gefordert. Sie muss die Überwacher überwachen. Jetzt gibt es endlich die Worldwatchers. Dafür haben Susanne Berkenheger und Gisela Müller gesorgt.
Seit 3. März 2003 entsteht unter www.worldwatchers.de an jedem Werktag ein neuer Text. Literarisch. Streng nach Dienstplan. Jeden Werktag wird einer Webcam ihr Geheimnis entrissen. Oder eins hineingeheimnist. Die Worldwatchers müssen unberechenbar bleiben.
Die Worldwatchers sind eine vergessene Forschungskolonie von Webcam-Überwachern an unbestimmtem Orte. Sie sitzen hoch oben in ihrem Kontroll-Turm und halten Ausschau nach Unregelmäßigkeiten im Großen Weltsystem. Jeder Worldwatcher wird von einer Autorin oder einem Autor gespielt. Das Stammpersonal sind die Chief Watchers Muji Verhagen (Susanne Berkenheger) und Savadee Kimberlain (Gisela Müller) sowie ihr treuer General Watcher Mikkel Halm (Klaus Ungerer). Weitere Autoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz werden als Temporary Watchers auftreten. Zu Ihrer Sicherheit!
Am 5. Juni um 18 Uhr lesen die Worldwatchers erstmals aus ihren Texten - im Drehrestaurant des Münchner Olympiaturms.
Wir passen auf!
www.worldwatchers.de
Quelle: <http://www.berkenheger.netzliteratur.net/worldwatchers/pr/>
Rezensionen zum Projekt:
Die Worldwatchers in der Presse, <http://www.worldwatchers.de/pr/>
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