Florian Hartling, M.A.
Propädeutik II: Theorien der Online-Kommunikation (MT 2.3)
Termin: Mo, 13-15
Ort: MMZ, Raum 103
Teilnehmer: 24 Master; Theorie
Sprechzeit Mo, 09:30-11:30 und n.V.
E-Mail: florian.hartling@medienkomm.uni-halle.de
Kurzbeschreibung
Vor gut zehn Jahren ist die Bundesrepublik Deutschland zu einem der Länder geworden, in denen Internetkommunikation, Kommunikation über das World Wide Web zu einer Kommunikationsform geworden ist, die über die Nutzung durch Expertenkreise hinaus gewachsen ist und weiter wächst. Das Internet ist heute ein globaler und interkultureller Kommunikationsraum, an den trotz dieser kurzen Zeitspanne schon zahlreiche Mythen geknüpft worden sind und noch immer gebunden werden: nicht nur der Mythos vom unendlichen Reichtum durch E-Commerce, sondern auch Mythen von den virtuellen Welten, in denen wir körperlos kommunizieren, von Mythen über interkulturelle Kommunikation über alle Grenzen von Männer- und Frauenrolle, von Reichtum und Armut, Nord und Süd, Orient und Okzident hinweg. In diesem Seminar soll die Theorie des Internet und der digitalen Kommunikation rekonstruiert und die Entwicklung solcher Mythen bis zu gegenwärtigen Entwicklungen an Einzelbeispielen und Hauptlinien nachvollzogen werden. Anwendungen sollen im Hinblick auf kulturelle, politische und wirtschaftliche Aspekte kritisch diskutiert werden.
Literatur:
Döring, Nicola, 2003. Sozialpsychologie des Internet. 2., vollst. überarb. und erw. Aufl. Göttingen.
Gromov, Gregory R., 2000: The Roads and Crossroads of Internet History. http://www.netvalley.com/intval.html
Rheingold, Howard, 1994: Virtuelle Gemeinschaft. Soziale Beziehungen im Zeitalter des Computers. Übers.: Dagmar Schulz und Dieter Strehle. Bonn u.a.
Rheingold, Howard, 1995: Virtuelle Welten. Reisen im Cyberspace. Aus dem Amerikan. von Hainer Kober. Reinbek bei Hamburg.
Turkle, Sherry, 1999: Leben im Netz. Identität in Zeiten des Internet. Dt. von Thorsten Schmidt. Reinbek bei Hamburg.
Seminarablauf
| Datum |
Inhalt |
Literatur |
|
| 01 |
17.10.05 |
Einführungssitzung |
Alle: |
Teil A Traditionelle Medienwissenschaft und Neue Medien: Anwendungen und Übertragungen |
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| 02 |
24.10.05 |
Medium Computer |
Alle: |
| 31.10.05 |
Feiertag: Reformationstag |
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| 03 |
07.11.05 |
Handlungsrollen im Internet |
Alle: |
| 04 |
14.11.05 |
Dispositiv Internet |
Alle: |
Teil B Klassiker der Netztheorie: Geschichte und Aktualisierungen |
|||
| 05 |
21.11.05 |
Die Hoffnungen auf neue Interfaces und Geräte |
Alle: |
| 06 |
28.11.05 |
entfällt krankheitsbedingt |
|
| 07 |
05.12.05 |
Virtuelle Gemeinschaften: Hoffnungen und Kritik |
Alle: |
| 08 |
12.12.05 |
Virtuelle Identitäten: Zivilisatorische Ängste und Legitimation |
Alle: |
| 19.12.05 |
READING WEEK |
Alle: |
|
| 09 |
09.01.06 |
Zugangsgesellschaft: Ökonomische Formierungen des Netzes |
Alle: |
| 10 |
16.01.06 |
Thema 1 |
Alle: |
|
Thema 2 |
Alle:
Lovink 2003, S. 112-162 (Kapitel 3) |
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| 11 |
23.01.06 |
Grassmuck: Privacy vs. Property. Copy-right, Copy-left und Hacker I |
Alle: |
| 12 |
30.01.06 |
Medosch / Röttgers: Netzpiraten, geistiges Eigentum und Hacker II: Viren und Hoax als neue Kunstform |
Alle: |
Literatur
Auer, Johannes (Hg.), 2004: $wurm = ($apfel>0)? 1: 0. Experimentelle Literatur und Internet. Memoscript für Reinhard Döhl. Zürich, Stuttgart: Update.
Bolz, Norbert/ Friedrich A. Kittler/ Christoph Tholen (Hgg.), 1999: Computer als Medium. München: Fink.
Döring, Nicola, 2003: Sozialpsychologie des Internet. Die Bedeutung des Internet für Kommunikationsprozesse, Identitäten, soziale Beziehungen und Gruppen. 2., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Göttingen u.a.: Hogrefe.
Grassmuck, Volker, 2002: Freie Software. Zwischen Privat- und Gemeineigentum. Bonn: Bundeszentrale für Politische Bildung. (auch: <http://freie-software.bpb.de/>)
Gromov, Gregory R., 2000: The Roads and Crossroads of Internet History. <http://www.netvalley.com/intval.html>. 2000. (Stand: 26.07.2004).
Hartling, Florian/ Thomas Wilke, 2003: Das Dispositiv als Modell der Medienkulturanalyse: Überlegungen zu den Dispositiven Diskothek und Internet. In: SPIEL: Siegener Periodicum zur Internationalen Empirischen Literaturwissenschaft. Jg. 22 (2003). H. 1. S. 1-37.
Heibach, Christiane, 2003: Literatur im elektronischen Raum. Frankfurt am Main: Suhrkamp.
Hickethier, Knut, 2003: Einführung in die Medienwissenschaft. Stuttgart, Weimar: Metzler.
Jonas, Hartmut, 2000: Literarische Kommunikation im Netz. <http://www.sjschmidt.net/konzepte/texte/jonas1.htm>. 28.10.2000. (Stand: 10.05.2005).
Kroker, Arthur/ Michael A. Weinstein, 1997: Datenmüll. Die Theorie der virtuellen Klasse. Wien: Passagen.
Lovink, Geert, 1996: Der Computer: Medium oder Rechner? Eine Begegnung im Netz mit Hartmut Winkler. <http://www.uni-paderborn.de/~winkler/lovink_d.html>. 01.03.2001. (Stand: 25.02.2003).
Lovink, Geert, 2003: Dark fiber. Auf den Spuren einer kritischen Internetkultur. Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.
Manovich, Lev, 2001: The language of new media. Cambridge, Mass. u.a.: MIT Press. (auch <http://www.manovich.net/LNM/Manovich.pdf>)
Medosch, Armin/ Janko Röttgers (Hgg.), 2001: Netzpiraten. Die Kultur des elektronischen Verbrechens. Hannover: Heise.
Negroponte, Nicholas, 1995: Being digital. London: Hodder and Stoughton. (Auszüge auch <http://archives.obs-us.com/obs/english/books/nn/bdcont.htm>)
Negroponte, Nicholas, 1996: Caught Browsing Again. <http://web.media.mit.edu/~nicholas/wired/wired4-05.html>. 1996. (Stand: 24.08.2005).
Nielsen, Jakob, 2001: Designing Web Usability. München: Markt & Technik.
Nielsen, Jakob, 2004: The Need for Web Design Standards. <http://useit.com/alertbox/20040913.html>. 13.09.2004. (Stand: 24.08.2005).
ODEM e.V., 2005: ODEM. Online-Demonstrations-Plattform für Menschen- und Bürgerrechte im digitalen Zeitalter. <http://www.odem.org/>. (Stand: 2005).
Rau, Anja, 2001: What you click is what you get? Die Stellung von Autoren und Lesern in interaktiver digitaler Literatur. Berlin: dissertation.de. (auch <http://www.netzliteratur.net/rau/rau_diss.htm>)
Rheingold, Howard, 1994: Virtuelle Gemeinschaft. Soziale Beziehungen im Zeitalter des Computers. Bonn: Addison-Wesley. (englische Version auch <http://www.rheingold.com/vc/book/>)
Rheingold, Howard, 2003: Smart mobs. The next social revolution. Cambridge: Perseus Publishing.
Rifkin, Jeremy, 2000: Access. Das Verschwinden des Eigentums. Warum wir weniger besitzen und mehr ausgeben werden. 2. Auflage. Frankfurt am Main: Fischer-Taschenbuch-Verlag.
Röttgers, Janko, 2003: Mix, Burn & R.I.P. Das Ende der Musikindustrie. Hannover: Heise. (<http://www.mixburnrip.de/>)
Rötzer, Florian, 1996-2005: TELEPOLIS. <http://www.heise.de/tp/>. 2005. (Stand: 20.05.2005).
Schmidt, Siegfried J., 1994: Einleitung. Handlungsrollen im Fernsehsystem. In: Werner Faulstich (Hg.), 1994: Vom "Autor" zum Nutzer. Handlungsrollen im Fernsehen. Geschichte des Fernsehens in der Bundesrepublik Deutschland. Band 5. München: Fink. S. 13-26.
Simanowski, Roberto, 2002a: Interfictions. Vom Schreiben im Netz. Frankfurt am Main: Suhrkamp.
Simanowski, Roberto (Hg.), 2002b: Literatur.digital. Formen und Wege einer neuen Literatur. München: dtv.
Turkle, Sherry, 1998: Leben im Netz. Identität in Zeiten des Internet. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt.
Weber, Stefan, 2003: Einführung: (Basis-) Theorien für die Medienwissenschaft. In: Stefan Weber (Hg.), 2003: Theorien der Medien. Von der Kulturkritik bis zum Konstruktivismus. Konstanz: UVK. S. 11-48.
Wehn, Karin, 2003: Machinima oder was Ego-Shooter und Puppentheater gemeinsam haben. Über die revolutionäre Umformung des Dispositivs Computerspiele durch seine User. In: SPIEL: Siegener Periodicum zur Internationalen Empirischen Literaturwissenschaft. Jg. 22 (2003). H. 1. S. 162-182.
Wehn, Karin, 2004: Machinima. In: Telepolis online.
Teil 1 und 2. "Was Ego-Shooter und Puppentheater gemeinsam haben". <http://www.heise.de/tp/deutsch/special/game/17818/1.html> 13.07.2004.
Teil 3. "Die Produktion von Machinima-Filmen". <http://www.heise.de/tp/deutsch/special/game/17915/1.html> 26.07.2004.
Teil 4. "Machinima-Stile: Parodien, Live-Machinimas, Ego-Shooter, Animationen". <http://www.heise.de/tp/deutsch/special/game/18159/1.html> 29.08.2004.
Teil 5. "Machinima versus Urheberrecht". <http://www.heise.de/tp/r4/artikel/18/18379/1.html> 28.09.2004.
Teil 6. "Emanzipierter Umgang mit Computerspielen". <http://www.heise.de/tp/r4/artikel/19/19038/1.html> 20.12.2004. (Stand: 25.05.2005).
Winkler, Hartmut, 1997: Docuverse. Zur Medientheorie der Computer. München: Boer.
Winkler, Hartmut, 2003: Medium Computer. Zehn populäre Thesen zum Thema und warum sie möglicherweise falsch sind. <http://wwwcs.upb.de/~winkler/compmed2.html>. 18.02.2003. (Stand: 26.07.2004).
Voraussetzung für die Vergabe der Leistungspunkte
- Lektüre der jeweils zu den Veranstaltungen angegebenen Texten
- Kontinuierliche Anwesenheit im Seminar (maximal 2 Fehlstunden, unbedingt immer vorher per E-Mail entschuldigen, Ausnahmen regelt die Prüfungsordnung)
- Erarbeitung der Lektüreaufgabe in der Reading Week (unter Vorbehalt), Thesenpapier, Umfang 2-3 Seiten, ca. 750 Wörter
- Erarbeitung und Vortrag des Referates
- Erarbeitung eines verschriftlichen Referates, Umfang 2000-2500 Wörter, 8-10 Seiten, Abgabe bis zum 30.03.2006
Details zu den Referaten
- Endgültige Vergabe der Themen in der ersten regulären Seminarsitzung (17.10.05)
- Pro Sitzung referieren maximal zwei Studierende in Form von Referat / Referat (zwei Themen in der Sitzung) bzw. Referat / Co-Referat (ein Thema in der Sitzung)
- Zwei Themen:
- inhaltliche Abstimmung, damit die Themen nicht doppelt ausführt werden
- pro Referat 20 min + 25 min von den Referenten moderierte Diskussion
- ein Thema:
- das bedeutet eine enge inhaltliche Abstimmung
- keinesfalls sollen zwei verschiedene Referate gehalten werden, sie sollen aufeinander bezogen sein im Sinne von Pro / Contra oder Theorie und Anwendung
- Hauptreferat: 20 min, Anwendung: 15 min, danach 55 min von den Referenten moderierte Diskussion
- Eine Konsultation mit dem Dozenten ist verpflichtend, weitere möglich.
- Ausgehend vom vorgegebenen Text sind weitere Literaturrecherchen notwendig
- Wichtig: die Referate müssen so aufbereitet werden, dass sie in die Themen überblickend einführen, wichtig ist die visuelle Unterstützung // Unterstützung durch Handouts, wichtig ist auch die Erläuterung der Theorien anhand ihrer Anwendungen
- Papiere elektronisch dann auch online stellen
- Referenten sollen danach auch die Diskussion moderieren, wobei erst Verständnisfragen geklärt werden, dann die Theorien selbst diskutiert, dann Anwendungen
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